Die Krise 2008 hat Österreich besser bewältigt als viele andere europäische Länder.
Österreich hat hervorragende Wirtschaftsdaten, die Unternehmen fahren gute Ergebnisse ein und die Beschäftigung ist im europäischen Vergleich hoch. Aber als direkte Folge der von Banken und Finanzmärkten ausgelösten Schuldenkrise kam es in Österreich zu einem Anstieg der Staatsschulden um zusätzliche 25 Mrd Euro. Der Anstieg ist jedenfalls nicht auf eine unfinanzierbare Ausweitung des Sozialstaates oder der Verwaltungsaufgaben zurückzuführen und auch haben die Menschen nicht über ihre Verhältnisse gelebt. „Es ist höchst an der Zeit, dass die Hauptprofiteure der Konjunktur- und Bankenpakete, also jene, deren Vermögen und Vermögenswerte dadurch geschützt und gerettet wurden, ihren Beitrag an der Sanierung des Staatshaushaltes beitragen. Wenn es um die Begleichung der Krisenkosten geht, müssen alle einen gerechten Anteil leisten, besonders die, die am meisten von den Maßnahmen profitiert haben“, fordern Foglar und Tumpel. Gleichzeitig warnen die beiden Präsidenten davor, die Sanierung nur über den Weg von Einsparungen bei den Ausgaben zu gehen: „Wer glaubt, nur ausgabenseitig die Schulden abbauen zu können, geht direkt in die Rezession. Kaputtsparen ist sicher der falsche Weg. Wir brauchen auch mehr Einnahmen.“ AK und ÖGB fordern daher einen Maßnahmenmix aus Einsparungen auf der Ausgabenseite und zusätzlichen Einnahmen. Dabei muss beschäftigungs- und verteilungspolitisches Augenmaß bewahrt werden. Im Euroraum droht 2012 eine Rezession. Auch in Österreich ist mit einem Wirtschafts-Abschwung zu rechnen. Die Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung müssen daher vor allem die wirtschaftspolitischen Ziele Beschäftigung, Wachstum und Verteilung im Auge haben. Tumpel und Foglar: „Nur wenn sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt stabil entwickeln, gibt es auch Spielraum für zukunftsweisende Investitionen. Nur wenn sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt stabil entwickeln, kann die Budgetsanierung gelingen.“